„Ist DeepSeek sicher?" wurde fast über Nacht zu einer der meistgesuchten KI-Fragen — ein leistungsstarkes, kostengünstiges Modell aus einem chinesischen Labor, gefolgt von Behörden, die es rasch einzuschränken versuchten. Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt zwei verschiedene DeepSeek, und sie haben zwei verschiedene Antworten — die Cloud-App, bei der Sie sich anmelden, und das Modell mit offenen Gewichten, das Sie selbst ausführen können. Die beiden zu verwechseln ist die Quelle der meisten Verwirrung.
Zwei verschiedene DeepSeek
DeepSeek ist ein KI-Labor, das mit dem chinesischen Quant-Fonds High-Flyer verbunden ist und dessen Modelle weltweit Aufmerksamkeit erregten, weil sie deutlich teurere Systeme zu einem Bruchteil der Kosten erreichten. Doch „DeepSeek nutzen" kann zwei sehr verschiedene Dinge bedeuten:
- Die Cloud-App und Website — Sie melden sich an, geben eine Eingabe ein, und sie wird zur Verarbeitung an die Server von DeepSeek gesendet.
- Die Modelle mit offenen Gewichten — DeepSeek veröffentlicht die Modellgewichte, sodass jeder sie herunterladen und lokal oder auf dem eigenen Server ausführen kann, ohne Verbindung zurück zum Unternehmen.
Fast jede Sicherheitsfrage zu DeepSeek hängt davon ab, welches der beiden Sie nutzen. Die Datenschutzbedenken gelten dem ersten; das zweite lässt sich ausführen, ohne dass überhaupt Daten Ihr Gerät verlassen.

Das eigentliche Datenschutzbedenken: wohin Ihre Daten gehen
Das Bedenken, das die Aufmerksamkeit der Behörden weckte, ist konkret und stammt vor allem aus DeepSeeks eigener Richtlinie und nicht aus Spekulationen. Laut seiner Datenschutzrichtlinie werden die Daten, die Sie über die App und die Website übermitteln — Ihre Eingaben, Kontoinformationen und Gerätedetails — auf Servern in der Volksrepublik China gespeichert.
Das ist aus zwei Gründen wichtig. Erstens reisen Ihre Eingaben ins Ausland zu einem Dritten. Zweitens unterliegen in China gespeicherte Daten dem chinesischen Recht, das Mechanismen umfasst, die Unternehmen zwingen können, Daten an Behörden herauszugeben. Es ist eine Frage der Rechtsprechung und Daten-Governance, nicht die Behauptung, die App sei Schadsoftware.
Warum die Behörden handelten
Mehrere Datenschutzbehörden reagierten schnell. Italiens Behörde, der Garante, ging vor, um die App zu sperren — wegen der Frage, wie transparent sie mit Nutzerdaten umging und wo sie diese ablegte. Eine Reihe von Regierungen und Behörden schränkten DeepSeek auf dienstlichen Geräten ein. Der rote Faden war stets derselbe: Bedenken darüber, wie viele personenbezogene Daten erhoben werden und wo sie gespeichert sind, und nicht über die Qualität des Modells.
Man sollte das im Verhältnis sehen. Das Modell ist kein Virus, und es gelegentlich für harmlose Fragen zu nutzen, ist keine Katastrophe. Aber für alles Persönliche, Vertrauliche oder Berufliche ist die Cloud-App der falsche Ort.
Die Frage der Genauigkeit
Datenschutz beiseite: DeepSeek ist ein großes Sprachmodell, und das bringt die übliche Einschränkung mit sich — es kann sich selbstbewusst irren. Wie jedes LLM sagt es plausiblen Text voraus, statt geprüfte Fakten abzurufen, sodass es flüssige Antworten liefern kann, die schlicht falsch sind. Für alles, was zählt — medizinische, rechtliche, finanzielle oder faktische Aussagen — behandeln Sie seine Ausgabe als Entwurf, den Sie anhand einer verlässlichen Quelle prüfen, nicht als das letzte Wort.
Der private Weg, DeepSeek zu nutzen
Hier ist der Teil, der in den Schlagzeilen oft untergeht: Weil die Modelle von DeepSeek offene Gewichte haben, müssen Sie die Cloud-App überhaupt nicht nutzen. Sie können ein DeepSeek-Modell herunterladen und lokal ausführen — auf einem leistungsfähigen Laptop, einer Workstation oder Ihrem eigenen Server — mit einem lokalen Runner wie Ollama. So ausgeführt, verlassen Ihre Eingaben niemals Ihre Hardware, was die Frage der Rechtsprechung vollständig ausräumt.
Das ist die wirklich nützliche Erkenntnis für alle, denen sowohl das Modell als auch ihre Privatsphäre am Herzen liegen:
- Für gelegentliche, nicht sensible Fragen ist die Cloud-App praktisch — geben Sie ihr nur keine Geheimnisse.
- Für alles Sensible führen Sie ein Modell mit offenen Gewichten lokal aus, damit nichts von Ihrem Gerät gesendet wird.
- Was auch immer Sie nutzen: Halten Sie sich an die offizielle App und Website — nachgeahmte DeepSeek-Apps und -Websites sind ein echter Betrugsvektor.
Die ehrliche Antwort
Ist DeepSeek sicher? Das Modell ist an sich nicht gefährlich, und lokal ausgeführt kann es eine der privatesten Arten sein, leistungsfähige KI zu nutzen. Der Cloud-Dienst wirft ein echtes, konkretes Datenschutzbedenken auf — Ihre Daten werden in China gespeichert und unterliegen dessen Gesetzen — und genau deshalb reagierten die Behörden. Der sichere Ansatz ist derselbe, der für jedes KI-Tool gilt: so wenig wie möglich teilen, Geheimnisse aus der Cloud heraushalten und sich auf ein lokal ausgeführtes offenes Modell stützen, wenn Datenschutz zählt. Den breiteren Rahmen finden Sie in unserem Leitfaden zu KI und Datenschutz.


